Friedegards Teufelswerk

Seyd willkommen!

Kaltlichtfackeln und die Dreckszwerge

Filed under: Alltägliches — 9. Februar 2010 @ 21:37

Heute war ich mal wieder voll aktiv.

Da ich sowieso den ganzen, lieben Tag auf eine Lieferung gewartet habe und im Shop alles erledigt war, wollte ich mich um all‘ die Dinge kümmern, die sonst noch in unserer neuen Wohnung so anlagen.

Also flugs das Büro aufgeräumt, Sortimentskästen an die Wand geballert und den Biomüll seiner endgültigen Bestimmung auf dem Kompost zugeführt. Achja, da wartet ja noch jemand auf eine Quittung… Wo war nochmal der Stempel? In der Schublade. Nö. Aber eine 12V-Kaltlichtlampe liegt da noch drin rum…

…so nahm das Elend heute seinen Lauf…

Der Stempel wurde durch die Kaltlichtlampe erstmal aus meinen Neuronen verdrängt. Männerhirn halt. Ihr wisst schon. Das Zeugs mit dem mehrere Sachen gleichzeitig erledigen, und so.

Auf jeden Fall dämmerte ja ein 12V-Leuchtmittel in der Diele schon seit dem Einzug nur so unmotiviert vor sich hin. Das könnte man ja ändern. Also frisch die defekte Kaltlichtlampe und den dazugehörigen Sockel angepackt…

…nach ungefähr 5 Sekunden, gefühlten 5 Minuten, befand ich mich im Bad, um meinen Daumen massivst unter einem eiskalten Wasserstrahl zu kühlen.

Hier das Resultat. Hat nichts gebracht:

Daumen. Aua.

Mein neuer Daumen

Man beachte den gar bläulich bis ins dunkle Rote schimmernde Hof der Brandblase, welcher erfahrungsgemäß in einer in Kürze bevorstehenden, langwierigen Entzündung endet.
Nein, ich habe kein Werkstück mit den Händen aus der Esse geholt. Das war auch kein Floh. Nein.
Es war die Rändelschraube (Rändelschrauben sind bekanntlich auch dazu da, um sie mit den Fingern zu bedienen) an der Fassung einer, ich betone:

KALT-Lichtlampe!

Ok, ich gedeihe der Kaltlichtlampe vielleicht auch zu viel des Unrechts an. Die war ja… kalt.
Eigentlich war ja nur die eine Rändelschraube der Fassung ungefähr so heiß wie von einem ausserirdischem Dreckszwerg über glühendem Stahl gedünstete Lava. Auch der Grund, warum die Kaltlichtlampe nicht einfach aus war, sondern vor sich her dämmerte: Billigfassung mit super Übergangswiderstand mal 0,6 Ampere mal 30 Minuten ergibt:
Aua. Dreckiger Dreckszwerg!

Hier der Schrott in Nahaufnahme. Die andere Kaltlichtlampe hing am anderen Ende vom Seil:

Kaltlichtlampe und verschmorte Fassung

Kaltlichtlampen und verschmorte Fassungen

Wie man sieht, hätte es Morgen auch schon vorbei sein können mit der neuen Wohnung. Was man nicht auf dem Foto sieht ist, dass der Federring mit der Rändelschraube verschmolzen ist. Messing hat einen Schmelzpunkt von ca. 850°C…  So eine Verbrennung habe ich mir bis jetzt noch nicht mal am Schmiedefeuer zugezogen. Trotzdem Glück gehabt.

Was lernen wir daraus? Dammisches modernes Teufelswerk!

Nichts geht über Kerzen und Fackeln!

Da weiss man wenigstens, dass die Dinger heiss sind. Oder habt ihr schonmal von einer Kaltlichtfackel gehört? Na? Also.
Und wer nächstes Mal an einem Spanndraht eine vor sich hinfunzelnde Kaltlichtlampe sieht, sollte den Besitzer drauf aufmerksam machen. Ausser er will der freiwilligen Feuerwehr Arbeit verschaffen.
Ich für meinen Teyl kühle gerade meinen Daumen an einer eiskalten Flasche Odin-Met und wünsche euch noch einen schönen Abend!

2 Comments

  1. hofgydja:

    ich grüße euch,
    die geschichte mit der kaltlichtlampe ist klasse, mir passieren auch ständig dinge, die nur mir so passieren können…
    allerdings muss ich an dieser stelle mal anmerken, dass auch eindeutig gefährliche sachen unterschätzt werden und so unerwartete ereignisse auslösen können (also kerzen haben mit feuer zu tun).
    ich erinnere mich da an eine geschichte, die guten freunden auf einem mittelalter markt passiert ist.
    da ist doch glatt ein kleiner gaskocher ganz groß geworden und hat beinahe die umliegenden e-kutschen, strauchwerk usw gefressen. hat man so auch nicht erwartet…
    🙂

  2. Friedegard:

    Grüße zurück, Hofgydja!
    Jaja, kleine Gaskocher sind ja eigentlich auch ausgewachsene Taschendrachen.
    Mit denen ist nicht zu spaßen, wirklich zahm kriegt man die nie. Und die fressen einem die Haare vom Kopp.
    Ich habe es mit den ausgewachsenen Taschendrachen auch aufgegeben, so einer kommt mir nicht mehr ins Lager! 😉

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